Eine Kanu Tour in der Natur. Herrlich. Unglaublich erholsam. Ruhe. Eins sein mit der Natur. Wunderbar …. also ab nach Skandinavien, rein ins Kanu und los. Es ist allerdings  sinnvoll sich darüber Gedanken zu machen was für eine Art von Kanutour denn für einen persönlich geeignet ist. Man nicht mit falschen Vorstellungen z.B. nach Schweden, Finnland oder Schweden fahren. Bei diesen Vorüberlegungen sollte man ehrlich zu sich selber sein, das hilft dabei das man die Art von Kanutour findet welche einem wirklich Spaß macht.

Eine wunderbare Eigenschaft bei Menschen kann es sein, wenn man  schlechte Erlebnisse abhacken kann. Das war Mist. Kiste auf, rein damit, Klappe zu. Das bezieht sich aber auch oft auf Reiseberichte und Urlaubsfotos. Und hier ist einer der erste Stolpersteine. Meist findet man nur Bilder von schönen Sonnenuntergängen, einer herrlichen Aussicht und der spiegelglatten Wasseroberfläche. Das man während der Kanutour  auf verschiedene Unglücksfälle gehofft hat, damit der schnarchende Zeltnachbar von einem umstürzenden Baum erschlagen wird, erzählen die wenigsten. Bilder von Gewitterwolken und durch-gefrorenen Zeltmitbewohnern findet man auch selten.

Sonnenuntergang Kanutour

Bild: Sonnenuntergang Kanutour. Das Bild welches man nach der Rückkehr gerne herumzeigt

 

Kanutouren und Zelten in der Natur sind herrlich, allerdings muss man eben akzeptieren das es eben in der Natur ist.

Ein paar Tage Regen am Stück mit einem Kälteeinbruch. Ein quer liegender Baum erfordert ein nicht vorgesehenen Landtransport im Sumpfgebiet. Der Gegenwind auf dem See erlaubt nur eine Paddelgeschwindigkeit von 0,25 km/h, gleichzeitig streiken die Oberarm da diese sich zuerst einmal von den 87 Mückenstichen der letzten Nacht erholen müssen. Man muss dann unter Umständen auch mal ein paar Tage im Regen paddeln da man sonst nicht rechtzeitig zum vereinbarten Pick Up Punkt kommt. Und bei solchen Szenarien sollte man nicht den Spaß an einer Kanutour verlieren. Es muss einem nicht gefallen wenn es regnet oder man das durchnäßte Toastbrot aus der Essenskiste zieht, aber man sollte sich davon nicht die Freude an dem Naturerlebnis nehmen lassen. Schließlich sitzt man die restlichen 50 Wochen vom Jahr sowieso wieder wohl behütet im Büro oder Eigenheim. Was man auf jeden Fall also mitbringen sollte ist eine (dauerhafte) positive Einstellung. Personen welche sich im letzten Urlaub darüber aufgeregt haben das der Sand nicht weiß genug war sollten sich das mit der Kanutour auf jeden Fall nochmal überlegen.

Es kann  zu einer Belastung werden wenn man ein Woche lang keine ordentliche Sitzgelegenheiten hat außer umgestürzte Bäume und eine Isomatte. Toilettengänge werden im Wald verrichtet (spätestens hier finden dich die Mücken) und eine warme Dusche gibt es auch nicht. Und jetzt kommen noch andere körperliche Anstrengungen dazu. Zum Beispiel die Landtransporte  (siehe Artikel: Landtransporte / Umtragen) welche man total unterschätzt hat. Bei Kanutouren besteht die körperliche Beanspruchung hauptsächlich in einer Art leichten „Dauerbelastung“. Echten Maximal Belastungen treten im Grunde nicht auf. Allerdings sollte man an einer gewissen sportlichen Betätigung Spaß haben. Hilfreich ist mit Sicherheit auch wenn der Körper die Jahre davor mehr Belastungen ausgesetzt war, als mit dem Spaziergang zum Zigaretten Automaten und dem Bierkrug anheben.


Wenn man  schon einmal mehrere Tage am Stück „Outdoor“ Urlaube im Zelt verbracht hat, so kann man es  ganz gut einschätzen wie man damit klar kommt. Oder man sagt sich, ich will es auf jeden Fall probieren und sieht dies als Erfahrung an, und zwar auch als eine die einem auch zeigen kann das dies nichts für einen ist. Das ist vollkommen in Ordnung. Solch eine Gruppe bzw. Person kann auf jeden Fall auch Touren machen welche in der Kategorie „Wildnis / Wald / dünn besiedelt“ liegen. Einfach gut vorbereiten und einem eventuellen Kanu Verleiher klar machen wie hoch die Skills im Umgang mit dem Kanu sind.
Was einfach überhaupt nicht geht, sind irgendwelche Angeber(innen) welche während der Planung immer so getan haben als würden sie alles wegstecken, später aber heulend und geifernd sich über die Regen, Mücken und die harte Isomatte beschweren. Nach einem ungeschriebenen skandinavischen Gesetz darf man solche Leute übrigens gerne an einen Baum binden und zurücklassen.

 

Schlechtes Wetter auf einer Kanutour... das kann vorkommen

Bild: Schlechtes Wetter auf einer Kanutour... das kann vorkommen

 

Moderate Kanutouren oder geführte Kanutouren mit Guide

Wenn man seine Outdoor Belastung gar nicht einschätzen oder eher als gering einschätzt, so ist eventuell eine zivilisiert Kanutour erst mal besser. Dies kann übrigens auch die Wahl sein, wenn man Kinder dabei hat. „Dicht besiedelt“ heißt meistens auch das man  durch irgendwelche Örtchen kommt. Dort gibt es dann auch Geschäfte, Pensionen oder gar Stugors und Campingplätze direkt am Wasser. Somit kann man die drei Tage Dauerregen auch in einer kleinen gemieteten Hütte abwarten. Oder man bricht die Tour einfach ab.

Eine Tour mit Tagesetappen von Camping Platz zu Camping Platz ist ein schönes Zwischen- Ding. Dort gibt es Toiletten, Duschen, Kioske, Hütchen mit Moskito Netzen vor den Fenstern und eine kleine Bar.  Somit kann man sich auf dieses „Natur Ding“ auch mal einlassen und es ausprobieren, auch wenn man sonst lieber mit Gucci Täschchen und High Hells durch die Gegen rennt. Kanuwandern muß nicht jedem gefallen, aber jeder sollte es ausprobieren können, so lange die Natur dabei nicht geschädigt wird und man alle Plätze so wieder verläßt wie man sie vorgefunden hat. (Siehe Artikel: Müll). Jeder muß eventuell auch einmal im Leben ein All-Inclusiv Urlaub in einem illegal errichtetem Hotelbunker gemacht haben um letztendlich zu wissen das dies für einen persönlich nichts ist. (Ach, und dabei sah das so toll aus in diesem Prospekt). Erfahrungen zu sammeln ist schließlich eines der spannendsten Dinge im Leben und dies schließt nun eben auch mal Fehleinschätzungen mit ein.

 

Allerdings soll hier nicht der Eindruck entstehen, das es nur den erfahrenen Naturliebhabern zustehen soll schöne, mehrtägige Kanutouren in Deutschland oder Skandinavien zu machen. Gerade für totale Neulinge oder Familien mit Kindern empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen Kanutouren Anbieter. Auf CanoeGuide.net gibt es eine Liste mit lokalen Anbietern aus den verschiedenen Ländern. Diese sind sehr erfahren und kennen die Flüsse und Seen in ihrer Umgebung am besten. Diesen Kanuverleihern und Touren Organisatoren kann man sein persönliche Erfahrung schildern und erhält dann eine Empfehlung für eine geeignete Tour. Vom kinderfreundlichen Familien Paddeln bis zum anspruchsvollen Wildwasser für Kanuten welche gerne an ihre Grenzen gehen möchten. Und wer möchte kann auch eine geführte bzw. begleitete Kanutour buchen. Dann wird man von einem erfahrenen Guide begleitet, welcher einen in alle Outdoor Gebräuche einweisen kann. Oft kennen diese dann auch die besten Angelplätze. Hier die Liste mit den Kanureise Veranstaltern in den verschiedenen Ländern:

  1. Schweden - Kanuvermietung, Kanukurse, Kanuverleih
  2. Finnland - Kanuvermietung, Kanukurse, Kanuverleih
  3. Norwegen - Kanuvermietung, Kanukurse, Kanuverleih
  4. Deutschland - Kanuvermietung, Kanukurse, Kanuverleih

Hinweis: Die erweitere Kanutouren Suche in Skandinavien bietet die Möglichkeit sich nur Kanutouren anzeigen zu lassen, zu welchem es auch einen Kanu Verleiher oder Tourenorganisator bekannt ist. Einfach die Suche aufrufen und unter Punkt "10. Kanuverleih für Tour" diese Option auswählen. Bei der anschließenden Suche erhält man alle Touren in Skandinavien aufgelistet, zu welchen es auch ein lokaler Kanuverleih bekannt ist.

 

Wildwasser Kanutouren

Kanutouren vom Typ Wildwasser Paddeln sind dann noch einmal etwas spezieller.  Mit der richtigen Einstellung und Vorbereitung kann man ein Kentern im Wildwasser bist zur Kategorie II, in dem meisten Fällen  wegstecken (Siehe Artikel: Wildwasser / Stromschnellen befahren). Allerdings muß es dem Paddler bzw. dem Paddel Team schlicht und ergreifend möglich sein in die Richtung zu paddeln welche man auch vorgesehen hat.

Besichtigung stromschnelle

Bild: Besichtigung Stromschnelle auf Kanutour

Schnelle Stopps. Schnelle Richtungswechsel. Eine Erkenntnis darüber welche Strecke man bei „Vollgas“ zurücklegen kann. Alles Dinge welche man auf Seen und ruhigem Gewässer mal üben kann. Personen welche mit dem Begriff „Konter Schlag vom Hintermann“ nichts anfangen können, haben im Wildwasser erst einmal nichts zu suchen. Genauso wenig Personen welche jetzt erst mal 5 Sekunden nachdenken müssen, in welche Richtung sie jetzt das Paddel drücken müssen um das Drehen des Bugs auszugleichen. Zudem ist unter Umständen im Wildwasser Maximal Kraft gefragt („Was interessiert mich mein blödes Gerede von weiter oben“). Dies bedeutet das man, wie in den meisten Sportarten, mangelndes Talent und Technik mit Kraft etwas ausbessern kann. Täglich 50 Liegestützen haben sowieso noch nie jemandem geschadet. Irgendwann hat jeder See und Fluss Paddler das erste mal eine Stromschnelle befahren. Das macht wirklich Laune! Da kommt etwas Adrenalin hoch und die Freude wenn man es geschafft hat, entweder ohne zu Kentern oder zumindest ohne Verluste und Verletzungen, ist groß und ein „High Five“ darf zelebriert werden. Aber wie gesagt, übt erst mal ein bißchen den Umgang mit dem Kanu. Wer diesen Tip vollkommen in den Wind schlagen möchte soll dies gerne machen, um genau zu sein ist das sogar vollkommen in Ordnung. Auch wir vertreten die Meinung das jeder auf dieser Welt auch das Recht hat sterben zu dürfen. Ob Dummheit, Mut oder Pech dafür verantwortlich ist, ist vollkommen egal... irgendwie muß der Gen Pool schließlich  sauber gehalten werden.

 

Kein Paddel Erfahrung, aber doch die V Stromschnelle fahren? Persönlich würden wir das eigentlich recht gut finden, wenn allerdings zwei Dinge doch eingehalten werden:

  • Bitte Augen auf bevor ihr los paddelt. Damit meinen wir. Achtet darauf das euch niemand beobachtet. Denn ansonsten würde sich eine Person eventuell selber unnötig in Gefahr bringen wenn ihr in Schwierigkeiten kommt. Diese probiert dann euch dann zu helfen und bekommt bei diesem Not Einsatz selber etwas ab. Das ist unfair. Also, schön schauen das niemand euch beobachtet, und dann aber los!
  • Aber bitte vorher noch die Kamera aufstellen. Wie sind hier immer auf der Suche nach Anschauungs- Material. Wäre nett wenn ihr vorher eine kurze Nachricht schreibt und uns die Filmrechte übertragt. Eine Danksagung auf dieser Seite ist da in jedem Falle drin. 

 

Hinweis: Die erweitere Kanutouren Suche in Skandinavien bietet die Möglichkeit gezielt nach Kanu und Kajaktouren zu suchen welche einen bestimmten Schwierigkeitsgrad hat. Einfach die Suche aufrufen und unter Punkt "4. Schwierigkeit Tour" diese Option auswählen. Bei der anschließenden Suche erhält man alle Touren in Skandinavien aufgelistet, welche zu der gewählten Schwierigkeit passen.

 

Mit dem Großraumbus zur Kanutour / Gruppenreise beim Reiseveranstalter

Die gebuchte Tour beim Massenveranstalter ist auch eine Variante für welche man sich entscheiden kann. Auf diese Veranstalter trifft man seit ein paar Jahren. Das läuft ungefähr so ab wie bei den Lloret de Mar Busreisen ab, welche man im Normalfall nur ein einziges mal in seinem Leben nach seinem Schulabschluß bucht. Busse fahren die größeren deutsche Städte an und sammeln hunderte von Abenteuerurlaub-willigen Leute ein. Diese werden dann in ein Sammellager nach Schweden gefahren, dort bekommen sie ihre Kanus, Ausrüstung und Essenspakete. Anschließend werden sie im Großraumbus zur Einsatzstelle gefahren und dann darf man sein Kanu Abenteuer Urlaub vom feinsten verbringen.

Es soll an dieser Stelle der Versuch unternommen werden diese Urlaubsart objektiv zu betrachten:

Positiv muss man zuerst einmal erwähnen das eine Anreise im Bus natürlich umweltschonender ist als wenn alle Leute mit dem eigenen PKW nach Skandinavien reisen. Ebenfalls erfreulich ist das offensichtlich viele Menschen das Bedürfnis haben einen Urlaub in der Natur zu verbringen. CanoeGuide.net möchte mit dieser Webseite letztendlich ebenfalls die Leute dazu animieren ihren Urlaub in der freien Natur zu verbringen. Mit solchen Organisationen ist es also ebenfalls für Leute ohne eigenen PKW und Outdoor Ausrüstung möglich, für einen „relativ“ günstigen Preis in den Genuß eines Kanu – Outdoor Urlaubs zu kommen.

Damit überschreiten wir aber auch schon die Grenze ins negative, denn in den letzten Satz hätte man auch ganz häufig das Wort „bequem“ einsetzten können. Man sitzt daheim auf dem Sofa, schaut sich gerade ein Rosamunde Pilcher Film an welcher in Schweden spielt und hat plötzlich die Idee auch mal einen Kanu Urlaub in Schweden zu machen. Und weil es alles so schön einfach und bequem ist meint man es sei das beste das Sorglos-Paket im Internet zu buchen. Schön, klasse, man muss sich um nichts kümmern, keine Informationen sammeln, sich nicht organisieren oder sonstige Vorbereiten treffen, einfach faul in den Bus setzen und sich einen Instruktion Film anschauen welcher einem erklärt wie man mit dem Spaten ein Loch gräbt. Wenn man nun wirklich zu den Menschen gehört welche es am liebsten immer bequem haben. Sich vor jeder Herausforderung drücken. Angst davor haben Fehler zu machen. Etwas Unbekanntest immer als Ärgernis sehen und nicht als etwas Spannendes. Diesen Menschen können wir diese Art von Kanutour Urlaub wirklich empfehlen. Und das soll an dieser Stelle in keinerlei weise ironisch gemeint sein. Jeder Mensch hat unterschiedliche Talente und wenn man sich nicht zutraut die Organisation für einen Kanuurlaub in Schweden, Norwegen, Finnland selber in die Hand zu nehmen ist dies Reiseform mit dem Großraumbus genau das richtige.

Allerdings darf man in einem Gebiet wo jeden Tag zig Leute zu einer Kanutour aufbrechen nicht das selbe erwarten wie in anderen Kanu Revieren. Natürlich, jede Kanu Route wurde schon einmal gefahren, auch mehrmals. Aber es macht natürlich schon einen Unterschied ob einmal die Woche ein oder zwei Canadier oder Kajaks starten oder eben jeden Tag ca. 30 Stück. Hier darf man sich nichts vor machen. In diesen Gebieten wird es gegen Abend nicht das Problem sein einen möglichst schönen Lagerplatz zu finden, sondern es besteht die Aufgabe darin einen zu finden der noch nicht besetzt ist. Das man somit immer wieder mehrmals andere Personen von diesen Reiseanbietern trifft ist ja auch nicht schlimm, aber man darf einfach nicht mit der Vorstellung los paddeln das man nun die total Wildnis bei einer Erstbefahrung erobert. Das gute daran ist natürlich das Hilfe im Problemfällen immer schnell zur Hand ist, man muß nur einmal laut um Hilfe rufen, da ist immer jemand in Hörweite.

massentourismus kanu

Bild: Einsamkeit sieht anders aus

Für alle anderen welche zwar noch nie einen Kanu Urlaub gemacht haben, aber wissen das man sich Dinge über welche man sich wirklich freuen möchte auch selbst erarbeiten muss, sei gesagt: Die eigene Organisation ist überhaupt kein Problem. Mit dieser Webseite möchten wir möglichst viele Tipps und Hilfestellung bieten damit jeder sich zutraut seinen ersten Kanu Urlaub Skandinavien selber zu organisieren. Auch wenn hier noch nicht alle gedachten Artikel realisiert sind (Stand Dezember 2011), etwas Eigeninitiative gehört einfach dazu um ein tolle Outdoor Urlaub zu verbringen. An dieser Stelle sei nochmal empfohlen einen Kanuverleiher vor Ort zu kontaktieren. Dieser kann eine Gruppe zum Beispiel auch an einem Bahnhof abholen, falls man beispielsweise mit dem Zug anreist. Zudem kennt er die Möglichkeiten vor Ort und in den meisten fällen können diese lokalen, kleineren Kanuverleiher wunderbar auf individuelle Wünsche eingehen. Anreise, Einkaufen, noch ein paar Tage am Strand einplanen.... all dies liegt bei einem selber. Und das der ganze Urlaub damit wesentlich teurer wird ist ebenfalls nicht der Fall, denn man darf natürlich nicht vergessen: Aufgrund des Jedermannsrechts welches in Schweden, teilweise auch in Norwegen und Finnland, seine Gültigkeit hat muß man im Grunde überhaupt keine Übernachtungskosten im Reisebudget einplanen.

 

Die kleinen, lokalen Anbieter vor Ort sind alles andere als begeistert von diesem oben erwähntem Massentourismus. Dies ist leider so, und so mancher lokaler Anbieter hat das Eindringen der deutschen Großunternehmen in Dalsland und Värmland nicht überlebt. Denn von Personen welche auf ihren Kanutouren lieber die Einsamkeit und Stille suchen werden die Gebiete welche von den Massenveranstaltern angefahren werden natürlich gemieden wie die Pest. Diesen Kanu Verleihern fehlen nun plötzlich die Einnahmen, da die Firmen aus Deutschland natürlich ihre eigenen Kanus vermieten, den lokalen einheimischen Anbietern aber die Kunden wegbrechen da niemand seine Kanutour mit 30 anderen Kanuten beginnen möchte (zumindest wenn er sich bei der Buchung nicht dafür entschieden hat). Erschwerend kommt als Krönung noch dazu das die Busunternehmen sogar die Zutaten für ihre Proviantpackete auch aus Deutschland mitbringen. Somit fällt auch nicht für andere lokalen Unternehmen etwas ab. Alles was Schweden zur Verfügung stellen kann ist die schöne Natur, den Gewinn sacken die deutschen Unternehmen ein.

So gut wie alle Kanu Abenteuer suchen im Normalfall die Einsamkeit. Oft bekommt man diese auch. Und wenn man am Tag mal ein oder zwei andere Paddler trifft ist dies meistens eine erfreuliche Abwechslung. Aber wenn man einmal miterleben durfte wie solch ein Großraumbus an einem schöne Flußabschnitt eintrifft, der muß ganz schön schlucken. Und dann geht eventuell auch die versprochen Objektivität zu diesem Thema verloren.

 

Kanutouren als letzten Test vor dem endgültigem „Ja, ich will“!

So und jetzt hat uns noch eine schwedische Freundin folgendes erzählt. Es gibt wohl ein Sprichwort das ungefähr folgendes besagt: „Wenn es mit dem Partner auf einer mehrtägigen Tour im Fjäll ohne Streit klappt, dann klappt es auch in der Ehe“. Auf unsere Nachfrage ob das auch für Kanu Touren gilt wurde das mit ja beantwortet. Also wer sich diesbezüglich unsicher ist mit seinem Partner. Ab nach Schweden, Norwegen oder Finnland und  rein ins Kanu! Viel Erfolg!

 

Bild: Hochzeit in Schweden