Auf der Wichtigkeitsskala sind wir mit diesem Artikel nun in der Oberklasse angekommen. Der Sache mit dem Lagerplatz sollte höchste Aufmerksamkeit entgegengebracht werden... wenn dies möglich ist.

Bevor man den Lagerplatz einrichten kann muss man diesen zuerst finden.

Auf vielen Kanutouren sind gute Lagerplätze leicht zu finden. Oft werden diese von der jeweiligen Gemeinde aufgebaut und in Schuss gehalten. Aktivitäten die mit dem Aufenthalt in der freien Natur zu tun haben, werden in Schweden gefördert. Da kann es wirklich sein das man auf einer Kanutour einen Lagerplatz findet der voll ausgestattet ist mit:

  • Kanu Unterstand / Regenschutz
  • Feuerstelle mit Grillgitter
  • Säge und Axt
  • Holz Dixie Klo
  • Gestapeltes trockenes Holz


Und das alles obwohl man seit drei Tagen niemanden auf dem Fluss getroffen hat. Waldarbeiter kümmern sich oft darum, dass diese Plätze so gut eingerichtet sind.

Wenn eine Kautour sehr abgelegen verläuft, werden diese Deluxelagerplätze eher selten zu finden sein. Dann gilt, es seinen Blick für gute Lagerplätze zu schärfen. Daher an dieser Stelle ein paar Hinweise.

  • Feuchtgebiete oder Flächen welche sich fast auf Höhe der Wasserlinie befinden, sind zu vermeiden. Zum einen ist dort die Mückendichte am Abend oft unerträglich, zudem kann es sehr schnell passieren das man nach einem, auch kurzen Regenschauer, plötzlich in einer Pfütze aufwacht.
  • Erhöhungen am Fluss/See sind die besten Lagerplätze. Nicht nur wegen der Aussicht, sondern weil dort auch am ehesten mit einer leichten Brise zu rechnen ist. Leichter oder gar starker Wind ist nach der „Worms Banana Bomb“ die beste Verteidigung gegen Mücken. Einem angenehmen Abend im T-Shirt (oder Lendenschurz) steht nichts mehr im Wege!
  • Was bei diesen empfohlenen Erhöhungen aber noch beachtet werden muss ist die Gefahr von Blitzeinschlägen. Diese Gefahr ist nicht zu verachten und bei entsprechenden Witterungsbedingungen muss solch eine schöne Aussichtsplattform auch wieder geräumt werden. Anhöhen haben zudem noch den Vorteil der sportlichen Ertüchtigung. Schließlich muss Zelt, Kocher, Essen usw. ja auch noch „dort hoch
  • Ein weiteres Kriterium für einen guten Lagerplatz ist das Vorhandensein von Feuerholz. Für das Kochen und das gemütliche Zusammensitzen wird dieses ja benötigt. Wenn bei der Besichtigung eines potentiellen Lagerplatzes festgestellt wird, das eigentlich so gut wie kein Feuerholz vorhanden ist, kann man ruhig nochmal ein Stückchen weiter paddeln.


Es ist schön wenn man den idealen Lagerplatz gefunden hat, meistens muss man aber hier Kompromisse eingehen und schließlich hat jeder Lagerplatz so seinen Charme … man muss ihn nur sehen/fühlen/riechen.

Lagerplatz einrichten

Wenn der Lagerplatz gefunden ist, geht es ans Lagerplatz einrichten.

Natürlich bleibt jedem selber überlassen wie man dabei vorgeht, ein paar Vorgehensweisen haben sich dabei aber doch als praktikabe herauskristallisiert.

  • Zuerst bestimmt man an welcher Stelle das/die Zelt/e aufgestellt werden und an welcher Stelle die Feuerstelle also das Wohn- und Esszimmer entstehen soll.
  • Dann sollte die Plane / das Tarp gespannt werden. Siehe dazu: Artikel: Tarp / Plane - Aufbauanleitung.
  • Zelt aufbauen. Isomatten aufblasen. Schlafsack ins Zelt.
  • Holz in ausreichender Menge sammeln, in lagerfeuergerechte Stücke zerlegen und an einer regensicheren Stelle unter der Plane stapeln.
  • Küche einrichten: Töpfe auspacken. Grilliput zusammenbauen. Feuer machen. Und die Wassersäcke auffüllen.


Fertig... der gemütliche Teil des Abends kann beginnen.

 

Natürlich bleibt es jedem selber überlassen welche Taktik man beim Einrichten des Lagerplatzes fährt. In jedem Falle müssen dabei die Regeln des Jedermannsrecht beachtet und eingehalten werden, insbesondere was das Feuer machen angeht.