Kanutouren auf eigene Faust sind ein echtes Abenteuer. Diese Besonderheit hat verschiedene Ursachen. Einer der Gründe hierfür ist dass man mit dem Kanu über die Wasserwege oft Landabschnitte erreichen kann welche allein über den Landweg oft nur schwer zugänglich sind, im Falle einer Insel gar unmöglich. Die Leidenschaft zum Kanuwandern kann man also ruhig wörtlich nehmen: Längere oder kürzere Landgänge mit dem Rucksack sind eine sensationelle Möglichkeit um die Natur, oder auch die Städte, nahe am Ufer zu erkunden. Bei Kanutouren in Schweden, Finnland oder Norwegen wird man auf Fußmärschen wohl bevorzugt die Natur mit ihren Wäldern und Bergen erkunden. Kanuwandern in den Kanurevieren Deutschland, Österreich und Schweiz laden oft dazu ein die Städte und Dörfer entlang der Kanustrecke zu erkunden, sowie die kleinen Burgen und Schlösser welche überdurchschnittlich häufig in der Nähe der schönsten Flussläufe gebaut wurden. Egal ob Sightseeing in der Stadt oder die Erkundigung der tiefen Wälder in Värmland, ein Rucksack ist in beiden Fällen sehr praktisch.

 

Kanutouren und Trekking – Eine ideale Verbindung für Naturliebhaber

Die Kombination von Kanutouren und Trekking bietet sich auch daher an, da unterschiedliche Muskelgruppen belastet werden. Nach 5 Paddeltagen welche man knieend oder sitzen im Kanadier oder Kajak verbracht hat ist man eigentlich ganz froh wenn man auch mal wieder ein paar Kilometer wandern darf. Und gerade an den Fluss- und Seeufern sind oft besonders schöne Wandergebiete zu finden. Also ruhig mal etwas Proviant zusammenstellen und die Uferzone erkundigen. Umliegende Berge sind bei uns besonders beliebt, wie man im folgenden Video bewundern kann. Auch wenn es auf dem Film nicht zu sehen ist, unten am See liegen die Kanus, mit denen ging es nach 4 Stunden Wanderpause dann auch weiter. Den kompletten Reisebericht zu dieser Kanutour findet man hier: Kanu Reisebericht aus Lappland

 

Video: Raus aus dem Kanu, rauf auf den Berg

 

Wenn man Paddeltouren und Trekking kombinieren möchte sollte man zuvor einen gewissen Plan haben wie lange dies Ausflüge an Land gehen sollen. Spaziergänge von wenigen Stunden sind natürlich was anders als wenn man vor hat erst nach zwei Tagen zum Kanu zurück zu kehren. Daher möchten wir erst einmal die allgemeinen Dinge vorstellen welche man im Zusammenhang mit Rücksäcken beachten sollte.Damit Rucksacktouren oder -reisen, auf Englisch Backpacking genannt, auch zu einem Vergnügen werden und nicht zur Qual, muss der Rucksack gewisse Kriterien erfüllen.

 

Vorzüge eines Rucksacks

Für Touren oder Rundreisen ist ein Rucksack prädestiniert, denn durch ihn hat man immer beide Hände frei und das Gewicht wird durch die Schulterriemen symmetrisch auf den Rücken verteilt. Ein  zusätzlicher Hüftgurt bei großen Rucksack Varianten, verlagert das Gewicht auf die Hüfte und entlastet damit den Rücken. Viele moderne und große Modelle haben ein unsichtbares Innengestellt, das direkt am Körper anliegt, sich an diesen anpasst und so die Gewichtsverteilung unterstützt. Dazu haben sie praktische Innen- und Außenfächer, in welche man  unterschiedliche Dinge unterbringen kann. Bei großen Rucksäcken sorgen Frontaleingriff ins Hauptfach und ein sog. Fanny Pack (oberer Aufsatz) dafür, dass wichtige Sachen schnell griffbereit sind

Abhängig von dem, was dem was man unternimmt (Tagesausflug, Wanderung  etc.), gibt es unterschiedlichen Rucksacktypen.

 

Welcher Rucksack für welche Aktivität?

 
Rucksack Modell / Bezeichnung Eigenschaften
„Daypack“ Kleiner Rucksack (Volumen: 15-24 Liter)
Für kleine (Tages-)Wanderungen, Stadtbummel, etc.
Platz für: Regenjacke, kleine Snacks, Trinkflasche
Touren- /Wanderrucksack Mittelgroß (Volumen: 30-45 Liter)
Schulterriemen, Hüft- & Brustgurt
Für mehrtägige Touren mit Übernachtungen
Platz für: Regenkleidung, Wechselwäsche, Schlafsack, etc.
Ungeeignet für Selbstverpflegung
Trekking-/ Schwerlastrucksack Groß (Volumen ab 60 Liter)
Trägt ein Gewicht von 20-50 kg
Mit Innengestellt, teilweise mit Außengestellt (für besonders hohe Lasten)
Für mehrwöchige Wanderungen, Reisen
Platz für: Wechselkleidung, Schlafsack, Isomatte, evtl. kleines Zelt, Kocher, Verpflegung, etc.

 


   

Welcher Rucksack ist der Richtige?

Bevor man sich zum Kauf eines Rucksacks entschließt, sollten man sich überlegen, für welche Gelegenheit der Rucksack benötigt wird, und wieviel Gewicht man tragen möchte bzw. sich zutraut. Ein großer Schwerlastrucksack ist zwar praktisch, das hohe Gewicht im vollgepackten Zustand zu händeln aber nicht für jeden Mann oder Frau zu schaffen. Dann sollte man besser zum kleineren Tourenrucksack greifen. Für diese Überlegungen ist auch wichtig, dass man den Rucksack unbedingt anprobieren und mit Maximalgewicht testen sollte. Das ist in vielen Fachgeschäften möglich. Wenn man die in Frage kommenden Rucksack  Modelle in einem Online-Shop bestellen kann man auch in aller Ruhe zuhause testen.
Ein weiteres Kriterium ist der Tragekomfort. Ausreichend gepolsterte Schultergurte und ein ergonomisch geformtes Rückenpolster sind essentiell, damit der Rucksack lange bequem ist. Sitzt er nicht richtig, sollten man beim Anprobieren zunächst die Gurte verändern. Richtig ist es, wenn der Rucksack beim Bewegen an Ort und Stelle bleibt. Ist das nicht der Fall, sollte man sich in jedem Falle für ein anderes Modell entscheiden. Für Frauen gibt es spezielle Rucksäcke, die auf die unterschiedliche Anatomie ausgerichtet sind und daher ein kürzeres Tragesystem besitzen.

 

Outdoor Reisen, Wandern oder Trekking mit Kindern

Eine besondere Herausforderung sind sämtliche Freizeit- (Outdoor-) Aktivitäten mit Kindern. Denn wenn die Kinder diese „Events“ nicht auf eine bestimmter Art und Weise spannend oder interessant finden, wird es echt anstrengen… und zwar sowohl für die beteiligten Erwachsenen bzw. Eltern UND die Kinder. Was im Grunde immer funktioniert ist wenn die Kinder entsprechend eingebunden werden und  merken dass sie eine Art Aufgabe haben. Ein Kind zum Beispiel 4 Stunden auf das mittlere Sitzbrett eines Kanadiers zu verfrachten, und davon ausgeht dass es dort diese 4 Stunden ruhig sitzenbleibt, hat jeglichen Realitätsbezug verloren. Das Kind muss mitpaddeln, nebenher Angeln oder die Aufgabe des Navigators mit Hilfe der Karten übernehmen. Mann muss den Kindern eine Art Beschäftigung geben. Genauso ist es hilfreich wenn man ihnen einen Teil der Organisation weitergibt, beispielsweise können sie für einen gewissen Teil ihrer Ausrüstung selbst verantwortlich sein. Hier bieten sich sowohl beim Wandern / Trekking wie auch bei Kanutouren an den Kids einen eigenen Kinderrucksack zu organisieren (siehe: Auswahl an Kinder Rucksäcken für Freizeit und Sport)

Jetzt sollte man nur noch darauf achten dass das Gewicht des Kinderrucksacks nicht zu hoch ist. Ansonsten ist die Begeisterung bei den Kindern schon nach wenigen Metern schlagartig weg.

 

Trekking-Wandern-Kinder

Bild: Kinder beim Wandern / Trekking

 

Egal ob man nun von kurzen Trekking Einheiten oder mehrtägigen Wanderungen unternimmt, damit der Rucksack alles mitmacht, ist es essentiell, dass er aus einem haltbaren, strapazierfähigen Material besteht. Zudem sollte man noch auf folgende Dinge beim Kauf eines Rucksacks achten:

-    Gute Verarbeitung, vor allem auch bei den Nähten
-    Unempfindlich gegen UV-Strahlen
-    Atmungsaktives Rückentragesystem

 

Perfekter Sitz und richtige Gewichtsverteilung

Der beste Rucksack bringt nichts wenn er nicht richtige angelegt wird oder achtlos gepackt wurde. Hier eine Kurzanleitung um den perfekten Sitz des Rucksacks zu finden:


1.    Zuerst lockert man alle Riemen, beugt sich nach vorne und wuchtet den Rucksack nach oben, bis der Hüftgurt an der richtigen Stelle sitzt.
2.    Das eingearbeitete Polster muss genau mittig auf Hüft- bzw. Beckenknochen aufliegen.
3.    Hat man die richtige Position gefunden, zieht man den Hüftgurt fest. Wenn er verrutscht und zu hoch sitzt, dann schneidet er unangenehm in Ihren Bauch.
4.    Schulterträger justieren: Nicht zu fest, damit die Last noch auf dem Becken aufsitzt. Mittels der Lastenkontrollriemen können Sie das Gewicht von den Schultern aufs Becken verlagern und umgekehrt.
5.    Brustgurt schließen.


Richtwert zur Rucksack- Last: Gewicht des gepackten Rucksacks sollte maximal ¼ des eigenen Körpergewichts betragen.
Das richtige Tragen ist auch dann von Bedeutung, wenn  nicht so viel Gewicht mit dabei ist, denn es beugt Verspannungen und Schmerzen vor. Wenn der optimale Sitz auf Hüfte und Schulter gefunden wurde, ist es noch wichtig dass man den Rucksack auch richtig bepackt hat.

 

Richtige Gewichtsverteilung durchs Packen des Rucksacks:

1.    Hauptfach: Kleidung, Hygiene, Essen, Kocher, etc. Schwere Sachen nach unten und nahe an Schultern bzw. Rücken positionieren.
2.    Ins Bodenfach: Schlafsack, leichte Gegenstände. Eine gute Verteilung, verleiht dem Rucksack Stabilität.
3.    Fanny Pack, Seitentaschen oder oben ins Hauptfach: wichtige Dinge wie Sonnenbrille, Messer, Karte, Geldbeutel, usw.

 

Mit dem passendem Rucksack und der richtigen Pack- und Tragtechnik sind die Grundlagen das die Tour oder Reise zu einem vergnüglichen Abenteuer wird … an der erforderlichen Kondition muss man selbstverständlich ebenfalls arbeiten (Nicht vergessen: 50 Liegestützen am Tag haben noch niemandem geschadet).

 

Kanurucksack – Wasserdicht aber mit eingeschränktem Trage- Komfort.

Der Nachteil von den handelsüblichen Rucksäcken ist das sie im Normalfall nicht wasserdicht sind. Für das Trekking kann man sich noch einen Rucksack Regenschutz / Regenhülle zulegen. Diese zieht man über den gesamten Rucksack und somit sind die Sachen gut geschützt. Aber das würde auch nichts helfen wenn der gesamte Rucksack ins Wasser fliegen würde. Ein Szenario welches beim Kanuwandern durchaus vorkommen kann. Wie bereits im Artikel: Kanutonnen und Kanusäcke / Drybags – Wasserdicht verpacken erwähnt gibt es für solche Fälle eine Art Kompromiss. Einen sogenannten Kanurucksack. Dieser Kanurucksack ist im Grunde ein wasserdichter Packsack mit einem einfachen Trägersystem. Die Sachen sind darin vollkommen vor Nässe geschützt, auch wenn der Packsack ins Wasser fällt. Und diesen Kanu Packsack kann man sich eben auch gut auf den Rücken schnallen. Allerdings ist das Tragesystem nicht für Kombination schwere Lasten und weite Strecken ausgelegt. Dies bedeutet man sich durchaus z.B. an einer Umtragestelle (siehe: Landtransporte / Umtragen / Portagen) das Ding auf den Rücken schnallen kann um mal zwei bis drei Kilometer zu laufen, bequem ist das aber nicht bei viel Gewicht. Man kann diesen Packsack nicht für Ausflüge mit viel Gewicht verwenden, darüber sollte man sich schon im Klaren sein.

 

 Kanurucksack-im-Einsatz

Bild: Kanurucksack im Trageeinsatz

 

Daher haben wir auf unseren Kanutouren durchaus meistens einen vernünftigen Rucksack dabei. Und wenn dieser ins Wasser fällt? Nun dann ist es uns egal. Denn während dem Paddeln verstauen wir in diesem Rucksack nur Dinge welche nass werden dürfen. Das sind zum Beispiel Angelsachen, Kochgeschirr  oder Badelatschen. Sollten wir auf der Tour kentern, so sind die Dinge welche nicht nass werden dürfen in den wasserdichten Packsäcken bzw. Kanutonnen. Der Rucksack wird beim nächsten Lagerplatz einfach am Lagerfeuer getrocknet. Lagerfeuer-Trocken-Einheiten passieren auf unsern Touren häufiger, wir sind ja schließlich auf, und hin und wieder mal auch, im Wasser. Dass gehört dazu.

 

Rucksack-im-Kanu

Bild: Rucksack im Kanu

 

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